Sparwahn auf Kosten von Kindern, Eltern und Betreuungskräften – Neubau des Familienzentrums Unter dem Gedankenspiel fraglich

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, wird im Rathaus derzeit offenbar darüber nachgedacht, den Neubau der seit 2019 unbenutzbaren Kita „Unter dem Gedankenspiel“ wegen der Haushaltslage auf unbestimmte Zeit zu vertagen.

„Trifft das zu, wäre das eine Katastrophe für Kinder, Eltern und Betreuungskräfte,“ sagt Roland Böhm, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion und fährt fort: „Als Ortsbeirat bekamen wir Anfang Februar in unserer letzten Sitzung die Information, dass 2026 der Abriss erfolgen soll und 2028 mit dem Neubau begonnen wird.“

Besonders pikant der Zeitpunkt einer solchen Entscheidung: Pünktlich nach den letzten Sitzungen der gewählten politischen Gremien (Ortsbeirat, Stadtverordnetenversammlung) kann der Magistrat Fakten schaffen ohne Widerstand, denn voraussichtlich beginnen die neu gewählten Gremien mit ihrer Arbeit erst wieder im Mai. Die Fraktionsvorsitzende Tanja Bauder-Wöhr der Marburger Linke & PIRATEN fordert daher umgehend eine Klarstellung des Magistrats, dass an der o. g. Beschlusslage für das Familienzentrum „Unter dem Gedankenspiel“ festgehalten wird.

Denn für Kinder, Eltern und Betreuungspersonal sind eine verlässliche Zeit- und Investitionsplanung extrem wichtig. Viel zu lange schon sind die Kinder in einem Provisorium, in das eigentlich schon die KiTa Löwenzahn umziehen sollte, weil auch dort Sanierungsbedarf ist. Gerade angesichts der Haushaltslage sind Vertagungs-Gedankenspiele kontraproduktiv. Die jetzt schon aufgelaufene Kostenexplosion, die die OP vorgerechnet hat – von 2,4 auf 8,6 Mio., dazu die Umbau-, Miet- und Nebenkosten von bisher 1,2 Mio – wäre bei dem angekündigten Baubeginn 2020 deutlich kleiner gewesen. Eine weitere Verschiebung führt unausweichlich zu noch höheren Kosten, selbst bei der geplanten Fertigstellung 2030/31 werden schon Gesamtkosten von 12 Mio. Euro genannt.

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